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Immer wieder werden unsachgemäße Vergleiche der Trinkwasser- und Abwassertarife Berlins mit anderen Großstädten angestellt. Das zentrale Problem: Diese Vergleiche, wie sie beispielsweise von Wohnungsverbänden veröffentlicht werden, lassen häufig unterschiedliche Tarifsysteme und viele weitere Faktoren, die die Kostenstrukturen eines Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmens beeinflussen, unberücksichtigt. Dies führt somit zwangsläufig zu falschen Aussagen.
Wie subjektiv und somit wenig aussagekräftig diese sind, lässt sich an folgendem Beispiel der Gegenüberstellung von Berlin und München illustrieren: In den meisten veröffentlichten Tarifvergleichen werden nur die Kosten für einen Kubikmeter Trinkwasser gegenübergestellt. Diese belaufen sich für München auf 1,42 Euro und für Berlin auf 2,29 Euro - tatsächlich ein großer Unterschied. Damit belegt München unter den 27 deutschen Städten mit mehr als 250.000 Einwohnern den zweiten, Berlin den vorletzten Platz. Wird aber die Haushaltsbelastung bewertet, also die jährlichen Ausgaben eines Haushalts für Trinkwasser, so befindet sich ein Berliner Durchschnittshaushalt von 2,2 Personen im Mittelfeld des Belastungsrankings mit rund 215 Euro auf dem 15. Platz, vier Plätze vor München mit 228 Euro. Nach der Einführung des Grund- und Mengenpreissystems hat Berlin - auf dem 13. Platz - mit einer durchschnittlichen jährlichen Haushaltsbelastung von nur noch 211 Euro sogar sechs Plätze Abstand zu München.
Dieses Bild verändert sich allerdings, wenn davon ausgegangen wird, dass der Durchschnittsverbrauch in allen betrachteten Städten so gering wäre wie in Berlin mit 111 Liter pro Einwohner und Tag und sich dadurch die verbrauchsabhängigen Preise änderten (siehe Preis-Mengen-Spirale). Danach wäre der Berliner Durchschnittshaushalt mit Platz 16 weiter im Mittelfeld vor München. Bereinigt um die unterschiedlich hohen Abgaben an die Kommunen, stünde die Belastung eines Berliner Durchschnittshaushalts mit circa 170 Euro jährlich auf Platz 13 in der ersten Hälfte des Rankings, die des Münchner Haushalts auf Platz 18.